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Reorganisation und Restrukturierung eines Anlagenbauunternehmens

Interim Managing Director

Unternehmen:

Tochtergesellschaft mit ca. 120 Mitarbeitern einer Maschinen- und Anlagenbaugruppe mit ca. 4.600 Mitarbeitern und ca. 900 Mio. € Umsatz.

Ausgangssituation und Aufgabenstellung:

Verifizierung eines vorliegenden Konzeptes zur Restrukturierung, Durchführung einer noch ausstehenden Integration mit einem weiteren Gruppenunternehmen (Post-Merger-Integration), Vakanzüberbrückung der Geschäftsführung. Beide Geschäftsführer hatten zum Mandatsbeginn bereits gekündigt.

Umsetzung:

Mit Unterstützung eines Integrationsmanagers des Unternehmens habe ich zunächst eine kurze und intensive Bestandsaufnahme gemacht. Das Unternehmen ist bei seiner Entwicklung von Komponenten und Produktionslinien bestehend aus Anlagen auf einen sehr speziellen Anwendungsbereich spezialisiert und reduziert. Organisatorisch waren bereits einige Zentralfunktionen wie z.B. HR in der Muttergesellschaft gebündelt.


Es stellte sich schnell heraus, dass die Gesamtkapazität der Standorte der konkurrierenden Gruppenunternehmen für den zukünftigen Markt erheblich zu groß waren. Weiterhin bestand eine Schwäche in der Umsetzung komplexer Linien, was zu teilweise erheblichen Verlusten in den Projekten geführt hat. Ebenfalls fand eine redundante Anlagenentwicklung an den beiden Standorten statt.


Die Konsequenz daraus war zunächst eine konzeptionelle Aufteilung des Produktportfolios auf die beiden Entwicklungsstandorte. Weiterhin ist die Entwicklungskapazität des Mandatsunternehmens auf das zukünftig erwartete Marktvolumen angepasst worden. Darüber hinaus wurden alle Zentralfunktionen, die noch existierten, aufgelöst und zur Muttergesellschaft transferiert.

Das so entwickelte Konzept war nach zwei Monaten fertiggestellt, wurde anschließend durch alle Gremien genehmigt und konnte dann mit dem BR verhandelt werden. Die Verhandlungen wurden nach weiteren drei Monaten ohne nennenswerte Änderungen am Konzept erfolgreich beendet.


Es ist ein Interessenausgleich sowie ein Sozialplan vereinbart worden, der u.a. die Nutzung einer Transfergesellschaft für die ausscheidenden Mitarbeiter beinhaltet. Weiterhin konnten Mitarbeiter ein vorher bereits vereinbartes Altersteilzeitprogramm wählen.
Auf diese Weise ist der Personalstand auf ca. 50% der ursprünglichen Größe reduziert worden. Die Anzahl der Abteilungen (2. Führungsebene) ist von sieben auf drei reduziert worden. Der Wechsel in die Transfergesellschaft und damit dieser Teil der Umsetzung des Konzepts wurde einen weiteren Monat später abgeschlossen.



Ein weiterer Teil des Konzeptes ist die Erstellung einer standortübergreifenden Aufbauorganisation. Bereits vor Start des Mandats ist die zweite Führungsebene für diese Funktion benannt worden.
Wir haben eine Organisationsstruktur entwickelt, die den Anforderungen der Standorte einerseits und der gesamtheitlichen Führung der Unit andererseits genügt. Dieser Entwurf ist von allen Verantwortlichen akzeptiert und neben weiteren strategischen Themen in einem internationalen Workshop mit dem gesamten Management der Gruppe vereinbart worden.


Neben den Arbeiten rund um das oben beschriebene Konzept habe ich von Beginn des Mandats an die Aufgaben der ausgeschiedenen Geschäftsführer übernommen. Vor Abschluss des Mandats erfolgte die Übergabe an den neuen GF.

Ergebnis:

Das Mandatsunternehmen ist reorganisiert und restrukturiert. Die Mitarbeiterzahl ist um ca. 50% reduziert worden. Diverse kleine Bereiche wurden aufgelöst und die Tätigkeiten durch die Muttergesellschaft übernommen. Auf Basis der angenommenen Auftragseingänge ist das Unternehmen vor Restrukturierungskosten wieder profitabel. Die Unit hat eine neue gesamtheitliche Führungsstruktur.

Die Vakanzüberbrückung der beiden GF ist problemlos abgewickelt worden.
Der Kunde hat sich sehr zufrieden gezeigt und mir bereits vor Beendigung des Mandats ein Folgeprojekt angeboten.